VORSICHT: Absturzgefahr!

Arbeitssicherheitsexperten geben Tipps für den Berufsalltag

Manche Baustelle befindet sich in luftiger Höhe – zum Beispiel auf einem Flachdach. Aber auch bei Einsätzen auf der Hebebühne, besonders wenn ein Teleskop-Arm mit im Spiel ist, oder bei der Arbeit in Hochregallagern sollte man besser schwindelfrei sein. Damit die jeweilige Aufgabe sicher umgesetzt wird, bedarf es allerdings noch etwas mehr. Harro Otto, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei RÜBSAM Fachkräfte, gibt hierzu praktische Tipps. „Zunächst geht es um die Absturzsicherung beziehungsweise um das optimale Absichern der Gefahrenstelle“, erklärt Harro Otto und geht auf die Rangfolge der Schutzmaßnahmen gegen Absturz ein. „Ist es aus betriebstechnischen Gründen – zum Beispiel wegen bestimmter Arbeitsverfahren oder aufgrund von zwingenden technischen Gründen – nicht möglich, Absturzsicherungen zu verwenden, müssen an deren Stelle Auffangeinrichtungen vorhanden sein.“ Hierzu werden Dachfanggerüste, Schutznetze oder auch Schutzgitter angebracht. Lassen sich keine Absturzsicherungen oder Auffangeinrichtungen einrichten, sind persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz (PSAgA) als individuelle Schutzmaßnahmen zu verwenden. „Die geeignete PSAgA muss sich aus der Gefährdungsbeurteilung ergeben“, sagt Steffen Bernhard, ebenfalls Fachkraft für Arbeitssicherheit bei RÜBSAM. „In der Hierarchie der Maßnahmen zur Verhinderung eines Absturzes ist der Sicherheitsgurt zwar die schlechteste Lösung, aber es ist dennoch eine wirksame Maßnahme.“ Denn, wie die erfahrene Fachkraft für Arbeitssicherheit salopp formuliert: „Keine Maßnahme ist auch keine Lösung!“ Wer auf Baustellen die eigene Sicherheit vernachlässigt, spielt nicht nur mit seiner Gesundheit, sondern manchmal auch mit seinem Leben. „Abstürze führen sehr oft zu schwersten Verletzungen“, berichtet Harro Otto. „Diese Unfälle haben neben einer Beeinträchtigung von Körper und Seele der Verletzten häufi g langwierige Heilungs- und Rehabilitationsmaßnahmen zur Folge.“